Güllefass – Typen, Größen und worauf Landwirte beim Kauf achten sollten

Warum das richtige Güllefass entscheidend ist

Die Gülleausbringung gehört zu den zentralen Arbeiten auf Nutztierbetrieben. Das Güllefass bestimmt maßgeblich, wie effizient Stickstoff und Nährstoffe auf der Fläche verteilt werden – und damit direkt den Ertrag und die Betriebskosten. Ein falsch dimensioniertes Fass kostet Zeit, Kraftstoff und bei schlechter Ausbringung auch bares Geld durch Nährstoffverluste.

Güllefass-Typen im Überblick

Anhänge-Güllefass

Das Anhänge-Güllefass ist der Klassiker auf deutschen Betrieben. Es wird hinter dem Traktor gezogen und über die Zapfwelle angetrieben. Erhältlich in Größen von 3.000 bis über 30.000 Liter. Für die meisten Betriebe bis 200 Hektar die wirtschaftlichste Option.

Selbstfahrendes Güllefass

Selbstfahrer bieten maximale Schlagkraft, vor allem für große Betriebe über 500 Hektar oder Lohnunternehmen. Die Anschaffungskosten sind entsprechend hoch (ab ca. 200.000 €), die Tagesleistung aber deutlich höher als bei Anhängern.

Schleppschlauchverteiler

Nicht ein eigenständiger Fasstyp, sondern eine Ausstattungsoption: Schleppschläuche oder Schleppschuhe legen die Gülle direkt auf den Boden oder in den Bestand – deutlich geruchsärmer und mit weniger Ammoniakverlust als der klassische Prallteller. Seit der novellierten Düngeverordnung zunehmend Pflicht.

Die richtige Größe wählen

Faustregel: Pro Hektar ausbringungspflichtiger Fläche sollten rund 30–40 Liter Fasskapazität eingeplant werden, wenn mehrere Überfahrten nötig sind. Bei der Dimensionierung spielen auch Schlaglänge, Hofentfernung und Pumpvolumen des Behälters eine Rolle.

  • Bis 50 ha: 6.000–10.000 Liter ausreichend
  • 50–150 ha: 12.000–18.000 Liter empfohlen
  • Über 150 ha: ab 20.000 Liter oder Lohnunternehmer beauftragen

Worauf beim Kauf achten?

Pumpenleistung und Befüllgeschwindigkeit

Eine leistungsstarke Pumpe (ab 2.500 l/min) reduziert die Befüllzeit erheblich. Exzenterschneckenpumpen sind für faserreiche Gülle (Rindergülle mit Stroh) besser geeignet als Kreiselpumpen.

Fahrwerk und Bereifung

Breitreifen mit niedrigem Reifendruck schonen den Boden und reduzieren Verdichtungsschäden – besonders relevant auf nassen Frühjahrsböden. Tandemachsen verteilen das Gewicht besser als Einzelachsen.

Ausbringtechnik

Prallteller sind günstig, aber auf Grünland und in bestellten Beständen zunehmend eingeschränkt. Schleppschläuche oder -schuhe sind die Investition wert, da die Düngewirkung besser und gesetzliche Anforderungen langfristig erfüllt werden.

Neu oder gebraucht?

Gebrauchte Güllefässer sind bei namhaften Herstellern (Vogelsang, Joskin, Zunhammer, Fliegl) auch nach 10 Jahren noch gut einsetzbar, wenn die Behälterwände und die Pumpe in Ordnung sind. Eine Sichtprüfung durch einen Fachmann ist vor dem Kauf unbedingt empfehlenswert.

Rechtliche Anforderungen

Seit der Novelle der Düngeverordnung (DüV) gelten in Deutschland strengere Regeln für die Gülleausbringung: Einarbeitung innerhalb von 4 Stunden auf unbewachsenem Acker, Sperrfristen im Herbst und Winter sowie bei Hanglagen über 10 % besondere Auflagen. Der Schleppschlauch gilt als offiziell anerkannte emissionsarme Ausbringtechnik.

Fazit

Wer ein Güllefass kauft, sollte Betriebsgröße, Gülletyp und gesetzliche Anforderungen von Anfang an einbeziehen. Ein gut ausgestattetes Fass mit emissionsarmer Ausbringtechnik und passender Pumpenleistung zahlt sich über die Nutzungsdauer vielfach aus.